Fliegerassel-Modellbau
  Die Bloody Mary entsteht...
 

Vor über zwei Jahren stieß ich auf die Bloody Mary, bekam relativ schnell die Pläne, fertigte die Rippen, Rumpfspanten und andere Teile an und legte dann alles in`s Regal...
 
Aber nu isses soweit und der fliegende Luxussalon wird gebaut.
Ich habe also die vorgefertigten Teile und Leisten hervorgekramt und Stück für Stück auf den Plan genagelt...



Da die Sperrholzkiste doch ziemlich groß wird, wir reden von fast 2 Meter Spannweite und 1,5 m Länge, habe ich von Beginn an auf absoluten Leichtbau gesetzt. Der Rumpf entsteht also aus einem Balsagerüst, welches später mit 0,6 mm Sperrholz beplankt wird.



Spanten kommen nur da hin, wo es wirklich notwendig ist. Ansonsten bringen auch Stäbchen im Fachwerk ausreichende Stabilität.



Hier ist der Rumpfboden schon mal beplankt und die Leitwerksservos bekommen ihren Arbeitsplatz eingerichtet. Solche Details müssen natürlich erledigt werden, bevor die Haut drüber kommt.



Zum Fixieren der zu verklebenden Teile nutze ich bisweilen solche Sandsäcke. Die sind mit Vogelsand gefüllt und passen sich jeder Form perfekt an. Damit wird das Gewicht schön gleichmäßig verteilt und die Beplankung überall bestens verklebt. Das ist in jedem Falle besser, als hunderte Nadeln einzustechen oder sich die Finger mit zig Klammern zu brechen...



Und zack, schon steht der Rumpf in seiner Grundstruktur. Jetzt werden die Deckel und Klappen angefertigt und eingepasst und natürlich die Fenster ausgeschnitten.



Der Karton unter dem Modell stellt keine Schleichwerbung dar. Er passt nur super, um das Modell etwas höher zu lagern...
Die Fenster habe ich mit einer Trennscheibe am Dremel ausgeschnitten. Die Umrisse habe ich nicht angezeichnet, da die doofen Bleistiftstriche schlecht vom Holz zu bekommen sind. Deshalb das viele Kreppband... Geschnitten habe ich dann entlang eines Stahllineals, da hat man eine gute Führung und der Schnitt wird gerade. Schließlich habe ich ja nur einen Versuch! Da dürfte nichts schief gehen.



Aber das Ergebnis ist wirklich super, ich bin echt zufrieden.
Vorn habe ich links eine große Klappe eingepasst, die später dem Akkuwechsel dient. Über den offenen Bereich wird noch die Motorhaube aus dünnem Blech gezogen. Aber das kommt erst später dran.



Derweil habe ich ganz hinten den Rumpfabschluss in Form geschliffen und auch die Auflagefläche des Höhenleitwerkes mit dünnem Sperrholz belegt. Das sieht gut aus und ist viel stabiler als das reine Balsaholz.



Wenn mal wieder der Leim trocknen muss, dann entstehen so als Pausenfüller solche Sachen hier. Das wird die Schwinge, an welcher dann das Heckfahrwerk hängt. Die Streifen aus 0,6-er Sperrholz habe ich erst gut gewässert, über Nacht in die Folterbank gespannt und dann noch einmal mit Holzleim dazwischen eine zweite Nacht ruhen lassen. Mal
schauen, ob es dauerhaft hält...



Das riesige Leitwerk mit seinen zwei Seitenrudern ist provisorisch montiert, die dringend notwendige Verstrebung wird angepasst und auch die Anlenkung der Ruder gleich ausprobiert. Die Bedienung selbiger erfolgt über Seile, welche natürlich entsprechend geführt werden möchen. Außerdem gestalte ich das Leitwerk so, dass es komplett abnehmbar und zerlegbar ist. Hier steckt also etwas Überlegung drin, um das ganze Geräufel alltagstauglich und funktional zu bauen.



Dies ist aber erstmal soweit vorbereitet, dass ich Rumpf und Leitwerk beiseite gestellt habe und nunmehr die Flächen beginne. Auch hier wird Leichtbau groß geschrieben. Was man bis hierher sieht, besteht komplett aus Balsa!
...

Nun sind auch die Innenteile der Flächen aufgebaut und die Steckungen angepasst worden. Die Rippen bestehen hier aus Pappelsperrholz, da ja doch einige Kräfte aufgenommen werden müssen.



Nachdem auch die Querruder herausgetrennt und angepasst wurden, konnten die Flächenteile heiraten.





Entgegen dem Plan habe ich die Querruder nicht bis außen durchgezogen. sondern einen klassischen Randbogen angebastelt. Das finde ich optisch etwas schicker:



Im Rumpf wurden ebenfalls die Steckungen eingepasst und entsprechend verklebt.



Ab und zu kommt die Dame von der Qualitätskontrolle in meine Werkstatt und überprüft jedes Stück Holz, welches herunterfällt auf Kaufestigkeit...



Im Rumpf und in den Flächen werden nun noch Verstärkungen und Aufnahmepunkte für die Flächenstreben eingebaut und Rahmen für die Querruderservos angefertigt, bevor es dann endlich an das Beplanken der Flächen mit Sperrholz geht.

Ich habe den Motor bereits hier liegen und mich nun doch dazu entschieden, ihn nicht wie im Plan vorgesehen, unten einzubauen. Damit würde die maximale sinnvolle Propellergröße ca. 14 Zoll betragen, was aber die optimale Auslegung des Antriebes einschränkt. Deshalb habe ich den eigentlichen Motorspant...



...mit einem neuen Spant aus ordentlichem Flugzeugsperrholz ergänzt und die Motorbefestigung einschließlich Kühlluftöffnungen gleich komplett vorbereitet.



Das Ganze ist so angelegt, dass ich sowohl den Motor als auch das hinter dem Spant sitzende Befestigungskreuz aus Alu von vorn montieren kann. Somit muss ich mir dann nicht im Inneren des Motorraumes die Finger brechen...

In den Flächen habe ich noch die Befestigungsklötze für die Streben eingeklebt. Die eine Lage Balsa obendrauf dient nicht der Gewichtseinsparung, vielmehr soll sie das Planschleifen im Profilverlauf erleichtern...



Meine Idee ist, hier keine Einschlagmuttern einzusetzen, sondern Gewinde direkt in das recht stabile Flugzeugsperrholz zu schneiden. Da sehr viel Material vorhanden ist, sollte es auch funktionieren und vor allem kann ich das noch in Ruhe nach dem vollständigen Beplanken der Fläche erledigen. 

So, der Bau des fliegenden Luxussalons geht in die finale Phase. Die Tragflächen wurden mit 0,4 mm Sperrholz beplankt. Ich habe es von Hauptholm zu Hauptholm um die Nase herum in einem Stück aufgebracht.



Dabei habe ich die Unterseite ganz klassisch aufgeleimt, weil diese so schön gerade ist und der Flügel so recht einfach fixiert werden kann, bis der Leim trocken ist.



Dann habe ich die Nase satt angefeuchtet und die Beplankung mit Unterstützung des heißen Bügeleisens um die Nasenleiste herumgebracht. Jetzt wurde nochmals angefeuchtet, fixiert und über Nacht in Ruhe gelassen. Dann steht das Sperrholz nicht mehr so irre unter Spannung, wenn es komplett angeklebt wird. Das habe ich mit der Bügelmethode erledigt, weil das einfach schnell, sauber und ohne Stress funktioniert.



Da ich keinem Vorbild etwas schuldig bin, habe ich die Beplankung in zwei großen Stücken aufgebracht. Das erspart viele Stoß- oder Schäftstellen und ist obendrein noch sehr stabil. Der Flügel ist nun sehr torsionsfest und steif.
Etwas Strafarbeit stellte dann noch das Aufbringen der Rippenaufleimer dar. Es ging aber schneller, als ich dachte, so dass recht schnell alles verschliffen und dann mit "Farbe" behandelt werden konnte.



Dazu bediente ich mich dieser Lasur in Mahagoni. Das Zeug habe ich in zwei Schichten mit einem kleinen Schwamm aufgebracht.



Und das kam dann heraus. Wie man selbst hier auf den kleinen Bildern sieht, lebt das Holz wunderbar. Es gibt keine homogenen Flächen... Ich finde das wunderschön!



Nachdem nun alle Holzteile soweit fertig gestellt und gestrichen sind, konnten noch so Details wie die Cockpitscheibe oder auch die Servohalterungen in den Flächen angefertigt werden. Da oben ist übrigens nur die Pappschablone des Fensters zu sehen...



Die Querruderservos habe ich gleich komplett eingebaut, die Anlenkungen angepasst und den Sender dafür programmiert. Zum Bügeln wird der Servohebel einfach soweit herumgedreht, dass er nicht mehr hervorschaut. Dann kommt die Textilfolie drüber und gut ist.
Vorher musste ich aber erstmal kräftig aufräumen und vor allem ordentlich Staub saugen. Das ist vor der Bügelorgie absolute Pflicht, sonst wird das nix!!!



Ich schneide dann immer erst alle Teile von der Rolle ab. So kann ich das Material besser einteilen und unnötigen Verschnitt vermeiden. Vor allem aber kommt nicht beim letzten Bauteil der große Schreck, wenn der Rest doch nicht mehr reicht...

Okay, ich habe mal ganz sportlich mit dem Höhenleitwerk begonnen, so zum Aufwärmen. Das ist auch gleich richtig ordentlich geworden, so dass die restlichen Teile kein Ding werden dürften.



Das ist Oratex in Antik, ein super geiles Zeug. Es lässt sich irre einfach verarbeiten und sieht mit seinem seidigen Glanz voll schick aus. Leider erkennt man das auf den Bildern gar nicht so richtig...

Die Bloody Mary ist äußerlich fertig und wartet noch auf die restlichen Antriebskomponenten, wie Propeller, Akku und Drehzahlsteller.




 
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